A Cowgirl's Love – Leseprobe

(…) Als Carrie in die heimelige Wohnküche trat, wurde sie zu ihrem Erstaunen von ihren  beiden »Männern« erwartet, denn sowohl Yancy als auch Lucky waren noch nicht aufgebrochen. Ihr Cowboy saß am Küchentisch und studierte eines der Fachmagazine, die er abonniert hatte, und der Schäferhundmischling lag zu seinen Füßen, wo er offensichtlich die allerersten Strahlen der Morgensonne genoss. Bei Carries Anblick schlug er frenetisch mit dem Schwanz.
Sie tätschelte ihn geistesabwesend und schaute zu Yancy. Vor ihm auf dem Tisch sah sie den Teller mit den Resten eines typischen Tex-Mex Rancher-Frühstücks – Spiegeleier, gebratene Speckscheiben und Refried Beans. Vor wenigen Monaten noch hätte sich bei dem Anblick alles in ihr gekrümmt. Aber mittlerweile hatte sie gelernt, dass körperlich schwer arbeitende Männer nicht mit einem Soja-Latte und einem veganen Donut in den Tag starten konnten.
»Warum hast du mich nicht geweckt? Ich wollte doch mit dir zusammen frühstücken.«
Im gleichen Moment bemerkte sie ihren etwas vorwurfsvollen Unterton. Dabei hatte er es doch nur gut mit ihr gemeint. Carrie rief sich innerlich zur Ordnung.
»Das werden wir auch.« Auffordernd klopfte er auf den freien Stuhl. »Setz dich, Kitten.«
Er kippte seinen Stuhl nach hinten und angelte nach dem Kaffeetopf.
»Frisch aufgebrüht«, sagte er und schenkte ihr den dickwandigen Steingutbecher voll. Anschließend nahm er sich auch noch einen Nachschlag.
Carrie nahm Platz, gähnte noch einmal herzhaft und pustete über das heiße Getränk. Die Farbe sah schon mal vielversprechend aus, dachte sie mit einem stillen Lächeln. Sie erinnerte sich noch gut an ihren ersten Morgen auf Bluebonnet, als Mrs. Rogers sie mit ihrem Selbstgebrühten schockiert hatte. Die resolute Hauswirtschafterin wusste zwar, wie man raubeinige Cowboys bekocht, von den Essgewohnheiten einer Chicagoer Großstadtpflanze hatte sie so gar keine Ahnung.
Ihre Ansprüche hatten damals für einige Irritationen unter den Bewohnern der Ranch gesorgt und sie war von einem Fettnäpfchen ins nächste gehüpft. Ausgerechnet Yancy, der alles andere als glücklich gewesen war, dass anstelle des erwarteten Western-Autors eine Verfasserin historischer Cowboy-Romanzen am Flughafen Dallas/Fort Worth angekommen war, hatte ihr beigestanden. Doch zuvor hatte er ihr noch den Kopf zurechtgestutzt, als sie sich bitter über die Umstände ihrer Unterbringung beschwerte.
»Well, Ma’am«, hatte er grinsend mit seinem breitesten Südstaatenakzent gesagt, »sieht so aus, als bekämen wir beide nicht, was wir erwartet hatten. Warum machen Sie also nicht das Beste draus und hören auf, sich zu beklagen?«
Und nun, knapp ein Jahr später, hatte sie so viel mehr bekommen, als sie erwartet hatte, dachte Carrie, schaute aus dem Fenster über den See und trank genüsslich ihren Kaffee. Es störte sie überhaupt nicht, dass Yancy um diese Tageszeit nicht besonders gesprächig war, denn ihr ging es ähnlich. Hier, einträchtig in der gemütlichen Küche mit ihm zu sitzen, war für sie der beste Start in den Tag, den sie sich vorstellen konnte.
Sie musste grinsen, als sie daran dachte, dass es noch eine andere Art gab, in den Tag zu starten, die ihr außerordentlich gefiel. Doch seit ihr Cowboy auf der Ranch so eingespannt war, waren die morgendlichen Zärtlichkeiten leider seltener geworden.
Carrie seufzte unhörbar bei der Erinnerung daran, wie sie im Halbschlaf an Yancys muskulösen Körper geschmiegt lag. Sie verspürte ein lustvolles Ziehen bei der Vorstellung, wie er ihr Sleepshirt nach oben schob, sie mit seinen kräftigen Händen streichelte, bis sie erwartungsvoll stöhnte – und dann, wenn sie es kaum noch aushielt, von hinten in sie eindrang,
Yancy schlug sein Magazin zu und unterbrach ihre begehrlichen Gedanken. »Gut möglich, dass ich’s heute nicht zum Dinner schaffe.«
Carrie schaute ihn fragend an.
»Doc Armstrong kommt nachher vorbei, um nach den Longhorns zu sehen und vermutlich wird sie wie immer im Ranchhaus zu Abend essen. Und dann gibt es für gewöhnlich einiges zu bereden, wie du weißt.«
Schon wieder ein Abend allein. Nein, das kam nicht infrage. Sie war gestern in Fruitvale gewesen und hatte im Market all die Zutaten eingekauft, die sie benötigte, um ein schmackhaftes Tex-Mex-Dinner zu kochen. Und da sie immer einen Wocheneinkauf machte, war der Kühlschrank gut gefüllt.
»Warum bittest du sie nicht zu uns?« Sie grinste ihn spitzbübisch an. »Immerhin sagte mir ein gewisser Cowboy, dass meine Chicken-Enchiladas durchaus genießbar wären.«
»Du bekochst fremde Cowboys, während ich draußen auf der Weide mit Dosenbohnen vorliebnehmen muss?« Er schnalzte gespielt missbilligend und schüttelte den Kopf. (…)

»A Cowgirl's Love« ©Lita Harris

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